Trickster

Für das Jahr 2019 planen Stephan Engelke und Sven Fritz unter dem Pseudonym Trickster eine Reihe von fünf gestalteten Szenerien, die zeitlich klar begrenzt, einige Stunden bis wenige Tage, unterschiedliche mediale Komponenten im Sinne des Gesamtkunstwerkes zu einem bildhaften Ereignis vereinen.

Während bei vielen üblichen Veranstaltungsformen, wie bei einer um Getränke und Musik erweiterten Ausstellungseröffnung, einem Konzert oder einem Club, die einzelnen Elemente oft weitestgehend additiv kombiniert werden und dadurch parallel zueinander stehen, ist das Ziel der Szenerien eine inhaltlich wie formal enge Verflechtung der einzelnen Komponenten zu einem Gesamtbild – einem Abend oder einer Nacht als Bild.
Der entscheidende Parameter hierbei ist das Verhältnis von Sache und Rahmung: Ziel ist die Dehierarchisierung im Arrangement, die Neuformulierung oder sogar Auflösung der Kategorien von Anlass einerseits und Begleitumstand andererseits, keine Trennung – ob gewollt oder nicht – von Kulturprogramm und Party, Kunst als dem Eigentlichen und Musik als Stimmungsdienstleister.

Konzeptuell verbinden die Szenerien so Aspekte von Environment, theatraler Inszenierung, Performance und Clubkultur (Interessant ist und bleibt der Club vor allem wegen seines Potentials, ein Raum für das Andere zur Gesellschaft zu sein, und ein Raum mit starker bildhafter Dimension.)

Bereits 2015 in einer Ausstellungsreihe unter dem Titel ad lib. (www.polypolis.org) kamen bei der Konstellation der Ausstellungsstücke und der musikalischen Performances dem Raum und dem Abend als Bild gesteigerte Bedeutung zu. Über einen Zeitraum von acht Wochen wurden in 13 Ausstellungssettings für je nur einen Abend konkrete Werke zu Raum- und Geschehnisbildern gefügt, die in der Abfolge ihrer Charaktere wiederum eine Art Dramaturgie bildeten.

Trickster

Das kulturhistorische Feld des Gesamtkunstwerks ist sicherlich kein ungefährliches, es hat schon einige kuriose Blüten getrieben, Allmachtsfantasien und synästhetisch-esoterische Scharlatanerien hervorgebracht. Den Risiken dieser Zielrichtung und der bewußt ergebnisoffenen Konzeption steht aber nicht nur der Intensitätsmehrwert entgegen; der besondere Reiz dieses Experiments liegt nicht zuletzt im (Gefahren-)
Potential, darin, dass es so problematisch ist, dass es so schlüpfrig werden, so derbe schiefgehen kann.

Eingeladene Künstlerinnen und Künstler

Maria Bierwirth (Berlin)
Andreas Fischer (Düsseldorf)
Knut Klaßen (Berlin)
Anna Mirbach (Düsseldorf)
Lorenzo Pompa (Düsseldorf)
Bernhard Schreiner (Frankfurt am Main)
Charlotte Simon (Frankfurt am Main)
Adrian Williams (Frankfurt am Main)
Markus Zimmermann (Berlin)